Pressestimmen zum Kongress
Amt für Information, Ev. Landeskirche in Württemberg, 20.10.07
Katholisches Sonntagsblatt, 21.10.07
Stuttgarter Zeitung, 22.10.07
Stuttgarter Nachrichten, 22.10.07
Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg 28.10.07
Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg 28.10.07
efi, Evangelische Landeskirche in Bayern, 1/2008
"mitteilungen" der EFD Nr. 437
Beitrag Kirchenfernsehen zum Kongress:
http://www.kirchenfernsehen.de/index.php?id=4&flv=245&play=1
Beitrag Kirchenfernsehen zur Ausstellung "Weiblichkeit und Religion"
http://www.kirchenfernsehen.de/index.php?id=4&flv=243&play=1
Für mehr Gerechtigkeit und Gleichberechtigung
Botschaft des Ökumenischen Frauenkongresses: Es geht nur gemeinsam
Zweitausend Frauen nahmen am 20. Oktober in Stuttgart am Ökumenischen Frauenkongress in der Liederhalle teil. Vertreterinnen aus 15 verschiedenen Kirchen gestalteten den Kongress gemeinsam, der unter dem Motto stand „Aus der Fülle handeln – Frauen gestalten Zukunft“.
Als wichtigstes Ziel der Zukunft beschrieb die mit viel Applaus bedachte Hauptrednerin, die Bischöfin der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche Bärbel Wartenberg-Potter, ein gerechtes Zusammenleben aller Menschen. Sie hielt die Besucherinnen dazu an, dies nicht nur zu fordern, sondern auch selbst zu leben. Die Zukunft liege im ökumenischen Miteinander und in einem Miteinander der Religionen. Den Frauenkongress selbst hält sie für ein Zeichen des Protests „gegen die Stagnation des ökumenischen Wollens bei den Entscheidungsträgern der Kirchen.“
Ein Podiumsgespräch unter anderem mit der baden-württembergischen SPD-Landesvorsitzenden Ute Vogt, der Religionswissenschaftlerin Ulrike Bechmann und der Managerin des Jahres 2005, Regine Stachelhaus, schloss sich an. Einhellig forderten die Podiumsteilnehmerinnen eine Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Frauen, damit Familie und Beruf für Frauen in Einklang zu bringen seien.
Am Nachmittag konnten die Teilnehmerinnen sich in rund 30 verschiedenen Workshops zu den Themen Politik, Ökumene und Spiritualität informieren, ihre Anliegen aus feministischen Perspektiven diskutieren und sich vernetzen. Die Bandbreite der Themen, aus der die Teilnehmerinnen wählen konnten, war sehr groß und reichte vom europäischen Jahr der Chancengleichheit – Modelle zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie über interreligiösen Dialog bis zum Tanz-Workshop „Tango und Spiritualität“. Das Angebot war so vielfältig, dass den Teilnehmerinnen die Wahl oft schwer fiel. Auf das größte Interesse stießen die Themen Spiritualität, das Gebet und Rituale im Alltag. Viele Frauen wollten der Frage nachgehen, wie sie ihre eigene Lebenswirklichkeit mit ihrer Spiritualität verbinden könnten.
Die Workshops nutzten viele Teilnehmerinnen, um ihre Forderungen für eine gleichberechtigte Zukunft von Frauen und Männern an Kirche und Politik zu formulieren. So lautete z.B. das Fazit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wie geht’s Deutschland? Frauenpolitische Ansätze für Veränderungsprozesse in Kirche und Gesellschaft“: Sowohl in Kirche als auch in Wirtschaft und Politik seien Quoten und Gleichstellungsgesetze nötig. Es müssten mehr Frauennetzwerke gegründet und Mentoring-Programme ausgebaut werden, um Frauen Mut zu machen, sich von den typischen Frauenthemen wie Familie oder Pflege abzuwenden.
Auf dem Markt der Möglichkeiten stellten rund 45 verschiedene Gruppen und Verbände ihre Arbeit vor. Die Teilnehmerinnen konnten sich dort vielseitig informieren, Kontakte knüpfen und sich vernetzen. Ein umfangreiches Begleitprogramm zu Kunst und Literatur rundete den Tag ab.
Der Kongress richtete sich an Frauen aller Konfessionen. Gemeinsam wurde nach Antworten auf Fragen gesucht, die besonders Frauen betreffen: Wie kann eine gerechte Verteilung der Güter gelingen und wie eine neue Bewertung von Sorgearbeit und Erwerbsarbeit? Wo und wie bereichern Frauen unterschiedlicher Herkunft unsere Kirchen? Wie kann Spiritualität im Alltag gelebt werden?
Zukunft kann nur von Frauen und Männern gemeinsam gestaltet werden, das ist eine der zentralen Botschaften des Ökumenischen Frauenkongresses. „Ich erhoffe mir von diesem Kongress weitere Anstöße zum Thema formale Gleichstellung“, so die Beauftragte für Chancengleichheit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Ursula Kress. „Besonders wichtig sind mir die Aufhebung der geschlechtsspezifischen Unterschiede in bezahlter und unbezahlter Arbeit und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Aber auch feministisch-theologische und frauenliturgische Anliegen dürfen nicht aufgegeben werden.“
Es tue der Kirche „in jeder Hinsicht“ gut, dass Frauen auf höherer Entscheidungsebene „nicht mehr nur auf den Zuschauerrängen sitzen“, sondern an kirchenpolitischen Entscheidungen beteiligt seien und Verantwortung trügen, sagte der württembergische evangelische Bischof Frank Otfried July in seinem Grußwort.
Der Tag endete mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Zusammenfassen lässt sich dieser Tag der Fülle nur schwer – einhellig bleibt jedoch der Eindruck zurück: ein ermutigender Tag für Frauen!



